Mittwoch, 18 Oktober 2017
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    Tradition seit 1883

1883 - 1902

1883

Wohl war nun der Rhein-Club gegründet. Noch aber besass er keine eigenen Schiffe, kein Fahrgeschirr und kein Geld. Aus diesem Grund war man froh über das Angebot von drei Gründern, welche ihre eigenen Weidlinge zur Verfügung stellten. Aber schon an der nächsten Versammlung am 23. Juni war die Rede davon, dass der Club eigene Schiffe haben sollte. Auf den 26. August wurde eine Generalversammlung einberufen. Diese begann morgens um acht Uhr. Der Präsident stellte den Antrag, einen Weidling zu kaufen, denn dies halte den Verein zusammen. Der Antrag wurde lebhaft unterstützt. Und so beschloss man, bei Xaver Hurt in Mumpf anzufragen, ob er in der Lage sei, zu einem billigen Preis einen Weidling mit folgenden Massen zu liefern: 37 Fuss lang, 17 Zoll hoch in der Mitte vom Bord und 2 Fuss 9 Zoll Bodenbreite.

Der erste Weidling dürfte im September, genau lässt sich dies nicht mehr feststellen, in den Besitz des Rhein-Clubs gelangt sein. Geliefert wurde er aber nicht von Xaver Hurt, sondern von den Gebrüdern Baumann in Still. Weil das Schiff nicht ganz nach Mass ausgefallen war, wollte man auch nicht den ganzen Preis bezahlen. Der Weidling wurde mit freiwilligen Beiträgen finanziert und kostete ca. Fr. 100.--, die in zwei Raten bezahlt wurden.

Im November wurde einer Einladung des Rheinclubs Breite Folge geleistet und das erste Wettfahren ausgetragen. Dieses verlief zur Zufriedenheit aller.

1884

Da sich die Mitgliederzahl stark vermehrt hatte, wurde am 2. Februar wiederum ein Weidling bestellt. Die Gebrüder Baumann in Stilli erhielten den Auftrag, ein weiteres Schiff zu liefern. Dieser Weidling wurde am 15./16. März durch Mitglieder in Stilli abgeholt und auf dem Wasserweg nach Basel gebracht. Gleichzeitig holte auch der Ruderclub Basel in Stilli einen Weidling, so dass diese Fahrt gemeinsam unternommen wurde. Dies war die erste Fernfahrt.

Bericht der Fahrt von Brugg nach Basel 15./16. März 1884.

"Laut Vereinsbeschluss wurde die Bruggerfahrt an obgenannten Tagen folgendermassen ausgeführt.

Samstag, den 15. März reisten drei Mann, Gustav Schardt, Präsident, Albert Winkler, Kassier, und Hans Mäder mit dem Mittagszug 2.35 NOB nach Brugg, woselbst die Weidlinge in Augenschein genommen wurden und im Rössli bei Herrn Schatzmann Quartier bestellten. Abends kamen mit dem letzten Zug noch weitere fünf Mann. Nach einem allgemeinen Nachtessen begab man sich zur Ruhe und schlief einen gesunden Schlaf bis morgens 5 Uhr, wo sämtliche Mannschaft durch eine fürchterliche Tagwache alarmiert wurde. Nach dem Morgenessen begab man sich zum Landungsplatz um noch verschiedenes an den Schiffen auszurüsten und dieselben mit Fahnen und Tannenbäumen zu dekorieren. Punkt 6.30 Uhr wurde abgefahren, man musste aber wegen dem dicken Nebel einen Steuermann bis in die Stilli mitnehmen und wegen dem Wuhr in Laufohr. Es wäre aber nicht nötig gewesen, da wir später schlimmere Stellen zu passieren hatten. Die Fahrt auf der Aare ging gut vonstatten bis in den Rhein, wo wir in einen sogenannten Sack fuhren und einige Zeit kräftig stromaufwärts fuhren. Glücklicherweise merkten wir den Unterschied bald, machten kehrt und fuhren unter schallendem Gelächter wieder zurück in die Aare. Mit Kanonendonner und einem kräftigen Hurra liefen wir dann um halb neun Uhr in den Vater Rhein ein. Sogleich, wie auf Kommando, verschwand der lästige Nebel, der uns auf der Aare nicht verlassen wollte.

In Rheinsulz, oberhalb Laufenburg, kamen uns zwei Mitglieder vom Club entgegen, welche einstiegen, und wir kamen 3/4 10 Uhr unter freudiger Begrüssung der dort wartenden Mitglieder in Laufenburg an. Sofort wurden die Schiffe auf einen bereitstehenden Wagen geladen um unterhalb des Laufens gebracht zu werden. Nach eingenommener Stärkung gings nach Schäfftigen, wo die Schiffe wieder ins Wasser gesetzt wurden. Um ein Uhr landete man glücklich in Mumpf. Bei Joseph Günther im Anker wurde das Mittagessen eingenommen und die Vorbereitungen für das Gwild getroffen. Um zwei Uhr wurde weiter gefahren und zwar unter Begleitung eines engagierten Steuermannes, um in Rheinfelden die letzte Rast zu halten. Je näher wir Rheinfelden kamen, sahen wir von weitem die Gischt der sich bäumenden Wellen. Es war ein imposanter Anblick, die beiden Schiffe durch die brausenden Wellen fahren zu sehen. Wir kamen ohne gewälzt zu werden glücklich hindurch. Wir hatten dies unseren Fahrleuten zu verdanken, die mit einer bewunderungswürdigen Kaltblütigkeit durch die Wellen steuerten.

In Rheinfelden landeten wir beim Kastell, wo wir von einer Masse Zuschauer empfangen wurden. In der Brauerei Dietschi machten wir 1 1/2 Std. Rast und erwarteten weitere Gäste. So vom Rheinclub Breite und Herrn Fritz Brändle, Redaktor vom Volksfreund.

Um 4.30 Uhr wurde nach herzlichem Abschied vom Rheinclub Rheinfelden aufgebrochen um die letzte böse Stelle, das Augstergwild zu passieren, wo wir im grossen Schiff die Taufe erhielten. Und zwar durch eine heimtückische Welle, die uns übergoss, was aber nicht viel zu bedeuten hatte, da es nur Wasser war. Gegen Grenzach begrüssten uns Mitglieder vom Rheinclub Breite mit Kanonendonner, was eine freudige Überraschung war. Und so ging es unter Geschützdonner und Hurras nach Basel, wo wir mit dem Glockenschlag 6 Uhr unter der Wettsteinbrücke durchfuhren.

Der letzte Akt spielte sich im Vereinslokal ab. Wir glauben, dass jedem der diese Fahrt mitgemacht hat, diese in Erinnerung bleiben wird, da dieselbe ohne Unfall abgelaufen ist.

Die Fahrt wurde bei kleinem Wasserstand in 7 Stunden Fahrzeit und 4 Stunden Aufenthalt, somit in 11 Stunden zurückgelegt.

Gezeichnet: G. Schardt, Maler, Präsident

Am 14. Juni endete das erste Vereinsjahr. Nach den Angaben des damaligen Präsidenten traten 32 Mitglieder neu in den Verein, fünf erklärten den Austritt und fünf wurden ausgeschlossen.

An einer ausserordentlichen Generalversammlung am 19. Juli musste ein neuer Präsident gewählt werden. Der Bisherige, obwohl erst am 14. Juni bestätigt, trat mit sofortiger Wirkung aus dem Verein.

Am 3. August wurde mit dem Rheinclub Breite zusammen ein Wettfahren am Birskopf durchgeführt. Jeder teilnehmende Verein musste Fr. 40.-- aufbringen, jeder einzelne Fahrer bezahlte zusätzlich Fr. 2.--. Das befürchtete Defizit blieb aus, im Gegenteil, beide Vereine konnten einen kleinen Überschuhs der Vereinskasse zuführen.

1885

Im Februar wurde das Eintrittsgeld von Fr. 2.-- auf Fr. 4.-- erhöht, da der Rhein-Club unbedingt zu Geld kommen musste.

Am 7. Juni ertranken drei Mitglieder im Rhein. Das Unglück war der Unaufmerksamkeit einzelner Mitglieder zuzuschreiben. Erstmals wurde dann der Beitritt zu einer Versicherung diskutiert. Es kam aber zu keinem Abschluss.

1886

Am 25. Februar wurde folgender Passus in die Statuten aufgenommen:

1. Die obligatorischen Fahrübungen nehmen im Monat April ihren Anfang und enden mit dem Oktober. Dieselben erstrecken sich auf zwölf Übungen, welche die ersten 12 Sonntage, bei günstiger Witterung morgens von 6 - 8 Uhr stattfinden sollen und werden durch ein Endfahren beschlossen. Nicht begründetes Ausbleiben bei Fahrübungen wird mit 20 Cts. bestraft.

2. Bei nicht obligatorischen Fahrten haften sämtliche Teilnehmer für Beschädigung oder verlorenes Material.

Im Frühjahr 86 wurden in Stilli zwei weitere Weidlinge bestellt. Diese wurden am 28. März nach Laufenburg geliefert, wo sie Vereinsmitglieder abholten. Die beiden Schiffe kosteten zusammen Fr. 203.--. Auf der Talfahrt wurde man in Rheinfelden vom dortigen Rheinclub begrüsst. Der Rheinclub Breite kam unseren Talfahrern bis zum Rothaus entgegen.

Im April wurden die zwei neuen Weidlinge an zwei Sonntagvormittagen gestrichen. Die benötigte Farbe kostete Fr. 52.--.

Am 29. Mai wurde beschlossen, wochentags freiwillige Fahrübungen abzuhalten. Eine Stachelfahrt nach Rheinfelden fand am 11. Juli statt. Morgens um 4.30 Uhr fuhren 16 Aktive ab, um 12.15 Uhr trafen sie in Rheinfelden ein. Dort begegneten sie auch Freunden vom Limmatclub Zürich.

Am 18. Juli fuhr man - wie alle Basler Wasserfahrvereine - dem Limmatclub Zürich, welcher sich auf einer Talfahrt nach Basel befand, bis zum Hörnlifelsen entgegen. Nach Salutschüssen und der Begrüssung fuhren ca. 18 Schiffe stromabwärts. Auf der alten Rheinbrücke bewunderte das zahlreich erschienene Publikum das imposante Schauspiel.

Am 26. August fuhren zwei Mitglieder nach Zürich. Sie folgten dabei der Einladung des Gründers des Limmatclubs und fuhren mit ihm in einem alten Stadtweidling nach Basel. Der Verein übernahm die Kosten von Fr. 20.-für die Fahrt nach Zürich, da das Versprechen vorlag, dass der Verein das Schiff übernehmen könne. Die Fahrt nahm aber einen ungünstigen Verlauf. Beim Passieren eines Wuhrs zerschellte der etwas morsche Weidling und die Insassen mussten ans Ufer schwimmen. Bei dieser Gelegenheit haben sich unsere Mitglieder, nach Aussage des Zürchers, "durch grösste Kaltblütigkeit bewährt". So sind alle nachmittags per Bahn wohlbehalten in Basel angekommen.

1887

Nachdem der Vorstand neue Statuten ausgearbeitet hatte, wurden diese am 26. Februar mit wenigen Änderungen gutgeheissen.

Am 3. Juli ertrank der überall beliebte und geachtete Präsident in den Fluten des Rheins und hinterliess eine grosse Lücke.

Zum Wettfahren des Limmatclubs in Zürich reisten acht Aktiv- und drei Passivmitglieder. Sie wurden dort herzlich empfangen und erlebten zwei schöne Tage.

Eine Stachelfahrt nach Rheinfelden wurde am 4. September bei schlechtem Wetter durchgeführt.

Im Jahr 1887 wurden 13 obligatorische Fahrübungen abgehalten.

1888

Die Vereinsversammlung fasste im Juni den Beschluss, in Zukunft eine einheitliche Bekleidung zu tragen. Es sollten Flanellhemden angeschafft werden.

In diesem Jahr wurde eine Gesangssektion gegründet. Sie existierte allerdings nicht lange.

Erstmals wird 1888 die Teilnahme am St. Jakobsfest erwähnt. Mit Fahne, Schalten- und Riementrägern und einem Hornisten (Hornträger) nahm man am Umzug teil.

Die obligatorische Stachelfahrt - diese fand übrigens jährlich statt wurde am 11. September trotz Hochwasser gestartet. Bei Grenzach mussten die Schiffe zurückgelassen werden, die Mitglieder erreichten das Ziel Rheinfelden zu Fuss. Wiederum trafen sie dort Freunde vom Limmatclub.

Als Geschenk erhielt der Rhein-Club am 29. November Handschuhe und Manschetten für den Fähnrich, ebenfalls eine selbstgemachte Fahnenspitze.

Einem Mitglied, er war Schiffmann, wurde die Bewilligung erteilt, im Winter an Wochentagen einen Weidling zu benützen. Er musste pro Tage eine Entschädigung von 50 Rappen bezahlen.

An der Generalversammlung vom 16. Dezember wurde folgender Antrag eingebracht und angenommen: "Kein Mitglied darf allein auf dem Wasser ein Frauenzimmer mitfahren. Ansonst verfällt er der Strafe, einen Monat keinen Weidling betreten zu dürfen. Im Wiederholungsfall riskiert er den Ausschluss."

1889

Der Beschluss, eigenes Briefpapier und umschlage mit eigenem Vereinszeichen anzuschaffen, wurde am 26. Januar gefasst. Erstmals wurde auch Vereinsgeld (Fr. 100.--) auf einem Bankbüchlein angelegt

Am 26. August wurde die erste Fahne eingeweiht. Taufpate war der Rheinclub Rheinfelden. Die Fahne war auf der einen Seite blau, auf der anderen weiss. Silberfransen verzierten die Ränder. Sie kostete zwischen Fr. 300.-- und Fr. 350.-- Hersteller der Fahne war ein Maler aus Darnach. Bis zu diesem Zeitpunkt besass man nur eine einfache, von der Lokalwirtin geschenkte Fahne.

Im November wurde ein alter Weidling für Fr. 50.-- verkauft.

1890

Um die Vereinskasse zu sanieren, wurde eine Tombola durchgeführt. Am 13. April konnten in Rheinfelden zwei neue Weidlinge in Empfang genommen werden. Ein Schiff kam auf Fr. 125.-- zu stehen.

Am 6. Juli wurde der Vorstand beauftragt, für die vielen jungen Fahrer Fahrhemden anzuschaffen und diese zu möglichst günstigen Bedingungen abzugeben.

1891

Am 7. Juni stellte der Verein dem Rheinclub Rheinfelden zwei Schiffe zur Durchführung eines Wettfahrens anlässlich ihres 15- jährigen Bestehens zur Verfügung. Die Weidlinge wurden am Samstag vor dem Wettkampf nach Rheinfelden gebracht.

In diesem Jahr wurde im Protokoll erstmals festgehalten, dass der Rheinclub dem Jugendfestverein Kleinbasel ein Schiff für den Kinderumzug zur Verfügung stelle, wie dies auch in vorangegangenen Jahren praktiziert worden sei.

Am 26. Juli wurde dem Rheinclub Neudorf ein Besuch abgestattet.

Einen der schönsten und grössten Festtage erlebten die Mitglieder am 11. Oktober. An diesem Tag wurde das End- und Preisfahren durchgeführt. Auch der Rheinclub Rheinfelden und Rheinclub Neudorf beteiligten sich daran.

Auf Antrag des Präsidenten wurde am 31. Oktober beschlossen, den Vorstand durch Abzeichen kenntlich zu machen.

1892

Trotz eines Schneegestöbers wurde am 13. März wiederum ein Weidling in Mumpf abgeholt und in flotter Fahrt nach Basel gebracht. Das Schiff kostete Fr. 105.--.

Am 26. März wurde beschlossen, dass am Oster- und am Pfingstsonntag, am Bettag und Karfreitag keine Fahrübungen stattfinden sollten.

Anfangs Mai wurde gemeinsam mit dem Rheinclub Neudorf eine Fahrt nach Kembs unternommen.

Ein Mitglied stellte einen Fahnenkasten her. Dieser war so billig, dass dem Hersteller eine Zulage von Fr. 5.-- bewilligt wurde.

Die Regierung überliess dem Verein im Juli dieses Jahres ein Geschirrlokal am Oberen Rheinweg 92.

Am 18. Dezember wurden der Versammlung die revidierten Statuten und Fahrreglement vorgelegt. Beides wurden einstimmig angenommen.

Zum Abschluss des ersten Jahrzehnts schrieb der Aktuar folgenden Vers in Protokollbuch:

10 Jahre sind verflossen
Der Rhein-Club blüht noch unverdrossen
Mit heut sind wir nun 32 sprossen;
Der Dichter aber , dieser stroffen
Will nun hoffen
Das die nächsten Jahre zehn!
Zwei mal zweiundreissig
Solche würden bestehn.

Das erste Jahrzehnt war durch einen starken Mitgliederwechsel gekennzeichnet. Dies dürfte verschiedenen Gründen zuzuschreiben sein. So begaben sich damals viele Handwerker auf die Wanderschaft, einige Mitglieder mussten in ihrer Heimat in Deutschland Wehrdienst leisten. Viele spätere Wiedereintritte untermauern diese These. Der Mitgliederbestand war in diesem Jahrzehnt aber trotzdem immer etwa gleich. Im November 1884 verzeichnete der Verein 27 Aktive und 2 Passive. Im Dezember 1887 waren es 20 Aktive und 4 Passive und im Juni 1890 wurde die Höchstzahl erreicht mit 5 Ehren-, 30 Aktiv- und 9 Passivmitgliedern.

1893

Im Februar wurde ein alter Weidling verlost. Er brachte Fr. 52.-ein. Das Schiff wurde aber dem Gewinner für Fr. 15.-- wieder abgekauft und noch eine Saison weiter benützt.

Am 7. Mai wurde ein Fressbummel in die Hard unternommen. Mitglieder brachten folgende Esswaren mit: "3 Pfund Kalbfleisch, 1 Pf Anken, 3 Pf vom Ochsenmetzger, 1 Portion Kartoffelsalat, 2 kg Brot und 1 Fass Bier." Die übrigen Teilnehmer mussten einen Taler bezahlen. Abmarsch war morgens um vier Uhr.

Der Limmatclub befand sich am 2. Juli auf einer Fahrt nach Strassburg. Mitglieder des Rhein-Clubs fuhren ihm mit Schiffen nach Rheinfelden entgegen und empfingen ihn mit Kanonendonner. Im Zeichen der Freundschaft wurde dem Limmatclub ein Ehrenlorbeerkranz übergeben. Gemeinsam wurde dann nach Basel gefahren.

1894

Zu Beginn dieses Jahres konnten wieder zwei Weidlinge in Stilli bestellt werden, die am 8. April nach Laufenburg geliefert wurden, wo Mitglieder sie abholten. Die acht Männer, welche mit der Bahn nach Laufenburg fuhren waren aber mit den Schiffen nicht zufrieden. Sie entsprachen nicht den geforderten Bedingungen. Aus diesem Grund bezahlte man statt der geforderten Fr. 180.-- nur Fr. 160.--. Die anschliessende Fahrt nach Basel verlief bei niedrigem Wasserstand ohne den geringsten Unfall.

Am 13./14. Juni unternahmen 15 Männer mit zwei Schiffen eine Fahrt nach Strassburg. Trotz schlechtem Wetter war es sehr gemütlich. Unterwegs mussten sieben Schiffbrücken passiert werden. Bei der Rückkehr am Montag wurden die Fernfahrer von der Feldmusik abgeholt. Nach einem Umzug durch die Stadt verbrachten sie einen gemütlichen Abend im Lokal. (Heute heisst dieses Lokal "Alti Schmitti".)

Am 22. Juli stachelten 15 Männer in drei Schiffen nach August. Vor dem Start versammelten sich die Teilnehmer im Lokal, um zuerst eine Mehlsuppe einzunehmen. In Augst wurde dem Limmatclub Zürich eine Depesche mit den besten Glückwünschen zum 25jährigen Stiftungsfest übersandt.

Gemeinsam mit dem Rheinclub Rheinfelden besuchte der Rhein-Club Basel am 7. Oktober das Wettfahren in Neudorf. Vor der Abfahrt mit den Schiffen wurde der Rheinclub Rheinfelden am Badischen Bahnhof abgeholt. Da, wie es im Protokollbuch heisst "um diese Zeit die Priester an der Arbeit waren, durfte nur leise neben der Clarakirche vorbei, zur Abfahrstelle bei der alten Brücke (Mittlere Rheinbrücke) marschiert werden. "Um 11 3/4 Uhr wurden die Weidlinge bestiegen und Neudorf angesteuert. Der Wettkampf am Nachmittag dauerte eine Stunde. Den Rückweg nach Basel legten die Teilnehmer zu Fuss zurück, anschliessend wurde gemütlich gefeiert.

1895

Im Januar ist dem Baudepartement ein grosser Anker ausgeliehen worden. Am Pfingstmontag fand eine Ausfahrt mit den Angehörigen nach Istein statt.

Ende des Jahres führten Unstimmigkeiten in der Vereinskasse dazu, dass der Kassier einen Schuldschein in der Höhe von FR. 39.45 unterschreiben musste.

1896

Am 12. Januar beteiligte sich der Rhein-Club Basel gemeinsam mit dem WFV Basel, dem WFV St. Johann (Rhenania) und dem Fischerclub an einer Sitzung zwecks Gründung eines Kantonalverbandes im Restaurant Belvedere.

Im Frühjahr mussten wieder Fahrhemden angeschafft werden,

Am Pfingstmontag beteiligte sich der Verein an der ersten Verbandsstachelfahrt nach Rheinfelden. Gleichzeitig konnte in Mumpf ein weiterer Weidling zu Fr. 105.-- abgeholt werden.

Von der Kembserfahrt im September wurden die Weidlinge mit einem Fuhrwerk zurückgebracht.

1897

Zu Beginn des Jahres wurde "im Kassawesen ein Übelstand beseitigt und dem Antrag des Präsidenten folgend ein neues Kassabuchsystem eingeführt".

An einer Versammlung im Mai wurde beschlossen, Flanellstoff zu Fr. 2.-per Meter und Kappen anzuschaffen. Zudem führte man an zwei Wochentagen Fahrübungen ein, um "einen alten Übelstand betreffs Fahren unter der Woche" besser zu regeln.

Eine Pfingstfahrt von Olten nach Basel wurde am 6./7. Juni mit drei Schiffen durchgeführt. Als Gast fuhr Herr Nico, der Wasserbauinspektor mit.

Drei Mitglieder folgten einer Einladung des Nautischen Clubs Strassburg und brachten als Geschenk einen Krug mit. Im Oktober desselben Jahres erhielt der Rhein-Club Basel von den Strassburgern eine Medaille als Anerkennung.

Das Endfahren musste in diesem Jahr wegen Hochwasser um eine Woche verschoben werden.

1898

Der Nautische Club von Strassburg wurde als Ehrenmitglied aufgenommen und erhielt ein Ehrendiplom zugestellt.

In dieser Saison waren die Fahrübungen auf Dienstag und Freitag angesetzt. Die Fahrbewilligung wurde von der Regierung wiederum bestätigt. Neuerdings trugen die Vereinsmitglieder Strohhüte mit schwarz-weissem Band anstelle der Kappen.

Am 2. Maisonntag wurde wiederum eine Beefsteakfahrt in die Hard unternommen.

Am 18. Juni empfingen unsere Mitglieder den WVF Aarau auf seiner Fahrt nach Strassburg. Einige gingen den Aarauer Freunden, die sich bei der Oltenerfahrt in so ausgezeichneter Weise ihrer angenommen hatten, mit den Schiffen entgegen. Dabei wurde ein Ehrentrunk gespendet.

Der Nautische Club Strassburg wurde am 3. Juli, an ihrem Wasserfest, mit einem Besuch beehrt.

Der Ankerplatz unserer Schiffe befand sich jetzt unter der Wettsteinbrücke, weil sie dort besser geschätzt waren und auch besser befestigt werden konnten.

Bei der im Jahr 1894 durchgeführten Tombola hat der damalige Kassier Geld unterschlagen. Da dieser den Zahlungen, trotz wiederholten Aufforderungen nicht nachkam (er befand sich jetzt in Zürich) wurde die Sache dem Betreibungsamt übergeben. Später musste das Verfahren eingestellt werden da der Schuldner starb.

Am 25. September nahm der Rhein-Club am Endfahren des RC Rheinfelden teil.

1899

Am 14. Januar wurde eine Neujahrsfeier mit Abendunterhaltung durchgeführt.

Die Verlosung von zwei alten Weidlingen am 22. Januar ergab einen Gewinn von Fr. 169.70.

Bei Hurt in Mumpf konnten am 30. April zwei neue Schiffe abgeholt werden, welche zusammen Fr. 205.-- kosteten.

Mit einer stattlichen Zahl von Aktiven fuhr man am Pfingstmontag, den 22. Mai nach der Saline, um den Pontonierfahrverein Zürich auf seiner Fernfahrt abzuholen.

An Montagen und Samstagen bestand für die Weidlinge ein Fahrverbot. Dafür fanden aber jeweils an Dienstagen und Donnerstagen obligatorische Fahrübungen statt. Auch wurden am Sonntagmorgen jeweils Übungen durch geführt. Jedes Aktivmitglied war verpflichtet, monatlich mindestens vier Fahrübungen zu besuchen, tat er dies nicht, so musste er eine Busse von 20 Rappen bezahlen.

Bei der Fahnenweihe des Wasserfahrvereins Basel war unser Verein Pate.

An der letzten Sitzung des Jahres, am 30. Dezember, erinnerte ein Mitglied den Vorstand daran, dass früher am Ende des Jahres ein Fass Bier auf Kosten des Vereins gespendet wurde. Der Präsident betonte, dass er es in der gegenwärtigen Zeit nicht für gut erachte, wenn die Vereinskasse über Gebühr beansprucht werde. Somit wurde auf den Gratisausschank verzichtet.

1900

15 Teilnehmer meldeten sich für eine freiwillige Ausfahrt nach Rheinfelden. Die Bewilligung dazu wurde nicht ohne Ermahnungen und Hinweisen auf die Gefährlichkeit des Vorhabens erteilt. Eine schriftliche Teilnehmerliste musste dem Präsidenten abgegeben werden, damit dieser sich überzeugen konnte, dass genügend fahrkundige Mitglieder dabei waren. Trotzdem stiess auf dieser Ausfahrt dem Verein ein Unglück zu. Auf der Rückfahrt von Rheinfelden kenterte der dritte Weidling im Augstergwild. Dabei ertranken zwei Gäste und zwei Aktivmitglieder. Vier weitere Insassen des Unglücksschiffes konnten vom Fischerclub gerettet werden. Man beschloss eine Trauerfrist von vier Wochen, während welcher keine Fahrübungen abgehalten wurden. Ebenso verschob man das auf den 24. Juni angesetzte Wettfahren aufs nächste Jahr. Dabei spielte aber auch das eidgenössische Pontonierwettfahren, das vom Genieverein und vom Pontonierfahrverein Breite organisiert wurde eine Rolle.

1901

Auch in diesem Jahr fanden die Fahrübungen an Dienstagen und Donnerstagen, sowie an Sonntagen in der Früh statt.

Ein interkantonales Wettfahren wurde am 18. August vom Rhein-Club Basel organisiert. Neben dem Rheinclub Rheinfelden, dem WFV Basel, dem WFV St. Johann (Rhenania) und dem Fischerclub beteiligten sich auch die Pontonierfahrvereine Olten und Rheinfelden am Wettkampf. Damals war es üblich, dass der organisierende Verein am Wettkampf nur ausser Konkurrenz starten durfte. Als Festmusik konnte die Feldmusik mit 40 Mann zum Preis von Fr. 200.-- verpflichtet werden. Bei Einnahmen von Fr. l'572.22 und Ausgaben von Fr. l'546.67 blieb ein Gewinn von Fr. 25.55 übrig. Später wurde der WFV St. Johann zu einem Trunk eingeladen, 6-jeil er an diesem Wettfahren den Polizeidienst versah.

Gegen Ende des Jahres war die Vereinskasse leer. Rückständige Beiträge mussten sofort bezahlt werden. Zusätzlich wurde bei allen Mitgliedern ein Extrabeitrag von Fr. 5.-- eingezogen. Der Präsident und der Kassier streckten dem Verein Geld vor, welches im kommenden Jahre wieder zurückbezahlt werden konnte.

1902

An der Generalversammlung am 9. Februar wählten die Mitglieder den Vorstand erstmals für ein ganzes Jahr. Dazu musste der Paragraph 12 der Statuten abgeändert werden.

Dem Limmatclub Zürich wurde am 27. Juli ein Glückwunschtelegramm zu seinem Wettfahren gesandt.

Mitte Jahr verschob man die Monatsversammlungen vom letzten auf den ersten Samstag im Monat.

Im November kam dem Vorstand zu Ohren, dass sich die Jungmannschaft vom Stammverein trennen und einen eigenen Verein gründen wolle. Es soll sogar schon eine Fahne in einer deutschen Fabrik bestellt worden sein. Die Antwort dieser Fabrik ist aus Versehen dem Präsidenten zugestellt worden. Dies löste eine grosse Diskussion aus. Es stellte sich aber heraus, dass die ganze Angelegenheit ein Bubenstreich war. Jedenfalls haben sich Alt und Jung versöhnt.

Im zweiten Jahrzehnt hat sich die Mitgliederbewegung etwas beruhigt, aber noch immer war der Mitgliederwechsel sehr gross.

Bis 1902 fanden die Generalversammlungen noch immer halbjährlich statt. Erst von diesem Jahr an war der Vorstand ein ganzes Jahr im Amt. Die Beiträge wurden jeweils an den Versammlungen eingezogen.

In den meisten Jahren, oft sogar zweimal, fanden Beefsteakfahrten in die Hard statt. Auch Ausfahrten nach Augst oder Rheinfelden wurden regelmässig durchgeführt. Nach der Gründung des Kantonalverbandes beteiligte sich der Verein auch immer an den jährlich stattfindenden obligatorischen Ausfahrten vom Verband.

Das Endfahren wurde oft gemeinsam mit einem befreundeten Verein durchgeführt. Auch der Endfahrbummel unternahm man gemeinsam. Bummelorte waren Kleinhüningen, Birsfelden, Muttenz, Riehen, Neubad u.a.m.

Jedes Jahr fand eine Christbaumfeier statt.

Das Fahrübungsgelände, welches zu Beginn dieses Jahrzehntes noch unterhalb der alten Brücke (Mittlere Rheinbrücke) lag, wurde unterhalb die Wettsteinbrücke verlegt.

Meistens nahm der Verein an der jährlich stattfindenden St. Jakobsfeier teil. (Ausgenommen waren die Jahre 1901 und 1902). Diese Feiern waren beliebte Volksfeste. Mit der Fahne, mit Horn- und Schaltenträgern marschierten die Aktiven im Umzug mit.

Beim Rheinclub Neudorf, Rheinclub Rheinfelden und beim WFV St. Johann wurden Wettfahren besucht.

Das Verinslokal befand sich noch immer an der Rheingasse 12 (heute alti Schmitti), zeitweise aber auch an der Rheingasse 11 (heute Rheinkeller). 1902 zog man für kurze Zeit ins Weisse Kreuz und im Juni zu Villareth an die Obere Rheingasse 2 (später Schwalbennest).

Die Mitgliederzahl war grossen Schwankungen unterworfen. 1893 zählte der Verein 43 Mitglieder, davon waren 6 Ehren-, 23 Aktiv-, und 14 Passivmitglieder. Die höchste Mitgliederzahl in diesem Jahrzehnt wurde im Jahr 1894 erreicht. Damals konnte der Verein 61 Mitglieder - davon 38 Aktive aufweisen. Die Zahl fiel jedoch wieder zurück und im Dezember 1896 waren es nur noch total 33 Mitglieder, davon 15 Aktive.