Mittwoch, 13 Dezember 2017
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1903 - 1922

1903

An der ersten Versammlung im Jahr, am 3. Januar, wurde wie schon so oft kritisiert und bedauert, dass die Mitglieder nur spärlich an die Versammlungen kamen. Um gegen diesen "Schlendrian" vorzugehen, beschloss man, Aktivmitglieder mit 50 Rp. zu büssen, wenn sie einer Versammlung fernbleiben würden.

Am 7. März ist der erste Teil der neuen Statuten, welche eine Revisionskommission vorlegte, genehmigt worden. Ein Fahrreglement sollte später folgen.

An einer Weidlingsverlosung nahm der Verein Fr. 124.20 ein, benötigte aber Fr. 260.--, um zwei neue Weidlinge anzuschaffen. Diese wurden am 24. Mai von fünf Mitgliedern in Stilli abgeholt.

Das 20-jährige Stiftungsfest wurde mit dem am 11. Oktober durchgeführten Endfahren verbunden. Gefahren wurde nur am Vormittag, das Mittagessen nahm man im Lokal bei Villareth ein, den Nachtmittag verbrachte man mit einem Tanzbummel in die Rheinhalle und am Abend war Unterhaltung in der Glashalle der Burgvogtei.

1904

Für Passivmitglieder wurden durch Beschluss an der GV im Januar Beitragskarten zur halbjährlichen Zahlung eingeführt.

Am 6. Februar entschlossen sich die Mitglieder, den Privatweidling des Fahrchefs zu kaufen. Als Preis wurden die Kosten der vorgesehenen Pfingstfahrt nach Strassburg vereinbart, das heisst, der Fahrchef wäre gratis mitgefahren. Die Fahrt konnte aber wegen einem Unglück nicht durchgeführt werden.

 

Fünf Mann, zwei davon waren Vereinsmitglieder, lösten am 12. April einen Weidling am Ankerplatz unterhalb der Wettsteinbrücke und unternahmen nach einem feuchtfröhlichen Abend eine Lustfahrt. Sie stachelten bis zur Rheinburg (Rheinhalle). Bei der Talfahrt fuhren sie bei hohem Wasserstand auf der grossbasler Seite in einen Pfeiler der Wettsteinbrücke, wobei das Schiff zerschellte. Drei Männer ertranken, zwei wurden durch den Genieverein gerettet. Unter den Ertrunkenen befand sich der Kassier, der als das zur Zeit aktivste Mitglied galt, der Lokalwirt war einer der Geretteten. Wegen diesem Unglücksfall wurde die vorgesehene Pfingstfahrt nach Strassburg nicht durchgeführt.

Eine im Herbst gewählte Revisionskommission überarbeitete die Statuten nochmals und legte sie der GV am 18. Dezember vor. Sie wurden nach längerer Diskussion angenommen.

1905

Auf Antrag wurde am 7. Januar ein Fahnenfonds gegründet. Im Frühling fuhren sieben Mitglieder nach Mumpf und holten dort zwei Weidlinge ab, für welche sie zusammen Fr. 210.-- bezahlten.

Ein von einer Dreierkommission ausgearbeitetes Reglement wurde am 15. Juli genehmigt. Einige Mitglieder fuhren dem Wasserfahrverein Aarau, welcher eine Lustfahrt von Schaffhausen nach Basel unternahmen, entgegen und holten ihn bei der Saline ab.

Im Herbst wurden dem WFV Basel zwei Weidlinge zur Verfügung gestellt, damit das Endfahren durchgeführt werden konnte.

1906

Der Beschluss, dass jedem Vereinsmitglied bei seiner Verheiratung ein Geschenk im Wert von Fr. 10.-- aus der Vereinskasse gemacht wird, wurde am 3. Februar gefasst, zwei Jahre später aber bereits wieder verworfen.

Eine 7-köpfige Fahnenkommission erhielt am 3. März den Auftrag, bis zum 25-jährigen Jubiläum für eine neue Fahne besorgt zu sein.

Kurzfristig musste das bisherige Depot geräumt werden, aber niemand wusste, wohin mit dem Material. Man wurde beim Baudepartement vorstellig und hoffte auf eine glückliche Lösung, Es sollten aber noch fast drei Jahre vergehen, bis dieses Problem endgültig gelöst wurde.

Am 7. April wurde über eine Unfallversicherung diskutiert. Der Beitrag pro Aktivmitglied sollte auf Fr. 1.-- zu stehen kommen. Es wurde einstimmig beschlossen, dass der Kantonalverband um diese Versicherung besorgt sein soll.

Ein Weidling wurde bei der St. Albanfähre beschädigt. Ausser den beiden Fahrern, die für den Schaden aufzukommen hatten, belangte man auch den Fährmann.

Wegen zu hohen Kosten wurde im Herbst der Antrag, eine Schiessektion innerhalb des Kantonalverbandes zu gründen, abgelehnt.

Im Oktober wurde eine Kanone für Fr. 15.-- angeschafft.

Bis zum Dezember war die gewählte Fahnenkommission noch nie zusammengekommen. Sie war zudem durch Austritte geschrumpft und musste durch Neuwahlen ergänzt werden.

1907

Eine Weidlingsverlosung am 13. Januar brachte Fr. 90.-- ein.

Am 2. März wurden die Statuten der neuen Unfallversicherung des Kantonalverbandes durchberaten und für ziemlich gut befunden.

Die erste Sitzung der Fahnenkommission fand nun ein Jahr nach ihrer Wahl endlich statt. Man fühlte sich verpflichtet, die Sache nun speditiv an die Hand zu nehmen. Die Chargen wurden verteilt, das weitere Vorgehen besprochen. Das wichtigste Problem war die Beschaffung des Geldes. Mit einem Schreiben wandte man sich an die Brauereien. Zudem organisierte die Kommission eine Tombola. Dort wurden 3500 Lose zu 50 Rappen pro Stück verkauft. Im Jahr 1907 tagte die Fahnenkommission elf Mal und Trieb ihre Aufgabe soweit voran, dass Ende Jahr ein Entwurf vorlag.

Am 19./20. Mai führte der Rhein-Club gemeinsam mit dem Fischerclub, dem WVF Basel und dem Musikverein Vorwärts eine Fahrt nach Strassburg durch.14 Vereinsmitglieder beteiligten sich an dieser Fahrt. Auf der ganzen Strecke blies ein kalter Nordwind, der jedoch der guten Stimmung nichts anhaben konnte. In Strassburg wurden die Fahrer von einer über 1000köpfigen Volksmenge begrüsst.

Im Juni wurde dem Nautischen Club Strassburg zu ihrem 20-jährigen Stiftungsfest eine Gedenkmünze überreicht.

Für das vom Kantonalverband organisierte Waldfest musste der Rhein-Club für das Polizeikomitee vier Mann stellen.

An der GV im Dezember beschloss man, sich um die Durchführung des Kantonal-Wettfahrens zu bewerben. Dies sollte anlässlich des 25-jährigen Jubiläums organisiert werden.

1908

Um die Fasnachtszeit taten sich einige Mitglieder zusammen und gründeten das Neuhorburgkämmerli. Sie organisierten zwei Maskenbälle im Restaurant Kellerhals und übergaben den Reingewinn von Fr. 40.-der Fahnenkasse.

Am 4. April bestimmte man ein Organisationskomitee für das Ka-We 1908, verbunden mit der Fahnenweihe zur Feier des 25-jährigen Jubiläums.

Die Fahnenkommission führte ihre Aufgabe zu einem guten Ende. Es waren in diesem Jahr aber noch weitere acht Sitzungen nötig. Am 9. Februar fand im Vereinslokal Maser die Ziehung der Fahnentombola statt, welche manche schöne Überraschung brachte. Nach vielen Prüfungen wurden endlich die Grundfarben der Fahne bestimmt. Sie sollte auf der einen Seite blau und auf der andern Seite cremefarben sein. Lieferant war die Fahnenfabrik Fräfel in St. Gallen. Zur Fahne bestellte man auch eine Spitze aus Guss. Der Fähnrich erhielt schwarz-weisse Straussenfedern, eine schwarz-weisse Rosette, eine Schärpfe aus denselben Farben mit Goldfransen, sowie Stulpen mit einem Gummizug. Am 23. Juli traf die Fahne ein, und alle waren von dem Prachtwerk entzückt. Auf der neuen Fahne fehlte auch der Wahrspruch nicht: "Den Wellen zum Trutz, dem Nächsten zum Schutz". Die Fahne kostete Fr. 416.50.

Auch in diesem Jahr wurde ein Antrag zur Gründung einer Gesangsektion abgelehnt.

Noch vor dem Jubiläum befasste man sich mit dem Tenue. Neue Filzhüte in einer gediegenen Form wurden gewählt, die blauen Kragen der Fahrhemden wurden abgeschafft.

Das Fest mit dem kantonalen Wettfahren und der Fahnenweihe fand am 1./2. August statt. Taufpate war der WFV Basel. Der Festplatz befand sich zwischen der Kaserne und der Johanniterbrücke. Als Festmusik wirkte die Jägermusik mit. Sieben Vereine mit über 60 Sektionen stellten sich dem Kampfgericht. Ausser Konkurrenz starteten unsere Fahrer an achter Stelle. Das Wetter sah am Samstag nicht gerade vielversprechend aus, wendete sich aber bis zum Mittag zum Guten. Für den Samstagabend war ein tadelloses Programm zusammengestellt worden, welches beim zahlreich anwesenden Publikum gut ankam. Zu Tausenden sollen sich die Zuschauer auf dem Festplatz und darum herum befunden haben. Am Sonntagvormittag fand der Sektionswettkampf statt, welcher wegen der Abfahrt des Dampfers Wilhelmshafen beim Totentanz eine halbe Stunde unterbrochen werden musste. Das Festbankett begann um 13 Uhr im Greifenbräu Horburg. Nach dem Bankett führte ein Umzug mit über 300 Teilnehmern vom Greifenbräu durch die Stadt zum Festplatz. Es war ein farbenprächtiger Umzug. Die Fahrer aller Vereine trugen ihr Tenue. Besonders aufgefallen sind die Strassburger Freunde vom Nautischen Verein in ihren weissen Uniformen mit medaillenbehangenen Brüsten. Der Umzug dauerte eine Stunde. Am Nachmittag fand die Fahnenweihe statt. Mit nautischen Spielen wurden die vielen Zuschauer unterhalten. Nach der Preisverteilung kam es zu einem Radau, weil ein Verein mit seiner Klassierung durch das Kampfgericht nicht zufrieden war, und der errungene Kranz auf dem Festplatz zertreten wurde. Diese Radaugeschichte fand ihren Abschluss erst im nächsten Jahr. Nach den vorhandenen Aufzeichnungen hat dieser Skandal eine schlechte Note ins gut gelungene und vorbildlich organisierte Fest gebracht. Mit dem Reingewinn von Fr. 931.90 war man mehr als zufrieden.

In diesem Jahr wurden zwei Jahresfeiern durchgeführt. Die erste am 3. Samstag im Januar, die zweite am 31. Oktober. Beide verliefen so gemütlich, dass es auch an Übermut nicht fehlte. So sah man hin und wieder einige Droschken mit unseren Mitgliedern in der Stadt spazierenfahren, welche den Passivwirten einen Besuch abstatteten.

Aus dem Jubiläumsjahr ist der Jahresbericht und ein Rückblick auf die vergangene Zeit des damaligen Präsidenten vorhanden. "Das verflossene Jahr war entschieden das Erfolgreichste, brachte aber gleichzeitig auch am meisten Arbeit". Über 70 Fahrübungen wurden abgehalten. Der Kassenabschluss war ausgezeichnet. Bei nur Fr. 388.45 Ausgaben und Fr. 1546.79 Einnahmen, blieb ein Überschuss von Fr. 1158.34. Zusammen mit dem Inventar betrug das Vereinsvermögen Fr. 3422.59.

1909

Der Wasserfahrverein Basel wurde am 30. Januar zum Ehrenmitglied ernannt.

In Mumpf wurden am Ostermontag zwei neue Weidlinge abgeholt. Ein Schiff kam auf Fr. 125.-- zu stehen. Die Weidlinge waren mit Spritzborden ausgerüstet.

Ein alter Weidling brachte am 7. März bei einer Verlosung Fr. 86.90 ein.

Am 3. April konnte der Präsident der Versammlung von erfolgreichen Verhandlungen mit dem Baudepartement berichten. Seit langem war man auf der Suche nach einem geeigneten Platz für ein Depot. Noch im vergangenen Jahr hat der Polizeihauptmann eine Bitte zur Verlegung des Depots zur Kaserne abgelehnt. Ein zweiter Wunsch wurde ebenfalls abschlägig beantwortet. Einem Dritten aber wurde entsprochen. Der Verein erhielt einen Platz am Klingentalgraben (Schindgraben). Auch der Stadtgärtner gab sein Einverständnis. Es fehlte nur noch der Bericht der Baupolizei. An der gleichen Sitzung lag ein von einem Mitglied ausgearbeiteter Bauplan vor, welcher eine Hütte mit einem Giebeldach vorsah. Der Kostenpunkt für die äussere Ausstattung belief sich auf Fr. 1000.--. Es wurde eine Depotbaukommission gewählt, um die nötigen Arbeiten möglichst schnell vorantreiben zu können Am 1. Mai wurden für den Bau Fr. 500.-- bewilligt. Die Regierung sicherte eine Subvention von Fr. 300.-- zu. Die Mitglieder wurden ersucht, Beiträge zu zeichnen. Ein weiterer Kredit von Fr. 250.-- wurde am 5. Juni bewilligt.

Am 2. Mai konnte der Pontonierfahrverein Sisseln auf seiner Fahrt nach Basel empfangen werden.

Im Juni konnten wir den Limmatclub Zürich beim Grenzacherhorn abholen.

Schon am 18. Juli konnte das neue Depot am Klingentalgraben mit einem bescheidenen Fest eingeweiht werden. Dabei wurde ein Einzelwettfahren durchgeführt. (Nebenstehend ein Bericht der Basler Nachrichten vom 20. Juli 1909).

Den Sicherungsdienst beim Baden einer Abteilung des militärischen Vorunterrichtes übernahm der Verein am 8. August. Pro Mann wurden 20 Rp. bezahlt.

1910

In diesem Jahr wurden ein neues Beitragszahlungssystem eingeführt.

Der bisherige Zahlungsmodus konnte nicht befriedigen, da immer allzuviele Mitglieder im Rückstand waren. Neu mussten die Passivmitglieder ihre Beiträge jeweils für das laufende Semester bezahlen. "An den Sitzungen im Mai und November mussten die Beiträge bezahlt sein, ansonsten Nachnahmen verschickt würden".

Anlässlich der Verbandsstachelfahrt nach Rheinfelden vom 17. April wurde bei Hurt in Mumpf ein Weidling mit Spritzborden zum Preis von FR. 125.-abgeholt.

Ein altes Schiff ist für Fr. 15.-- nach Hüningen verkauft worden.

Ein Schreiben vom Baudepartement verbot Anpflanzungen rings ums Depot.

Am 4. Juni wurde dem Fischerclub ein Weidling für ihr Wettfahren zur Verfügung gestellt. 12 unserer Leute halfen diesem Verein am Fest die Arbeit zu bewältigen. Zu diesem Fest trugen die Mitglieder des Rheinclubs wieder Strohhüte.

Ein Wettschwimmen fand am 31. Juli statt. Das Organisationskomitee dazu war bereits am 19. März gewählt worden. Damals setzte sich ein OK wie folgt zusammen: Der OK-Präsident, ein Vizepräsident, ein Aktuar, ein Kampfgerichtspräsident, das Finanzkomitee mit 4 Mann, das Polizeikomitee mit 4 Mann, das Baukomitee mit 2 Mann, ein Schwimmkomitee mit 3 Mann, ein Unterhaltungskommitee mit 3 Mann, ein Wirtschaftskomitee mit 5 Mann und das Illuminations- und Feuerwehrkomitee mit 3 Mann. Es brauchte also ohne Kampfrichter 28 Personen.

Das Schwimmen selbst war vom Wetter nicht begünstigt. Die 62 Teilnehmer mussten die Strecke vom Kinderspital bis zur Johanniterbrücke bei hohem Wasserstand und Regengüssen zurücklegen. Ein Schiffscorso wurde wegen dem schlechten Wetter abgesagt. Aber die nautischen Spiele konnten vorgeführt werden. Bei Einnahmen von Fr. 1691.30 und Ausgaben von Fr. 1371.80 schloss die Veranstaltung mit einem Gewinn von Fr. 319.50 ab.

Ende August wurde als Dank für die guten Resultate beim Wettfahren des Fischerclubs und für die gelungene Durchführung des Wettschwimmens ein gemütlicher Abend mit Freibier durchgeführt.

Im goldenen Hirschen am Riehenring fand am 26. November vor vollem Haus eine gut gelungene Jahresfeier statt. An diesem Abend wurde dem langjährigen Präsidenten ein Geschenk nach Hause gebracht, welches ihn bei seiner Heimkehr überraschte.

1911

Im Januar stand den Mitgliedern wieder ein Fass Freibier zu. Es wurde ein Metzelessen auf Samstag, den 21. Januar angesetzt. Jeder Teilnehmer musste für das Essen Fr. 1.50 bezahlen.

Ein Markstein in der Clubgeschichte wurde am 26. März dieses Jahres gesetzt. An diesem Tag wurde in Mumpf das am 4. Februar bestellte 14 m Langschiff abgeholt. An Pfingsten sollte damit die grosse Wasserfahrt Ragaz-Basel durchgeführt werden. Die Vorbereitungen dazu liefen seit der Generalversammlung im Dezember 1910. Für das Langschiff wurden Fr. 250.-bezahlt. Die Schlagruder konnten beim Limmatclub Zürich für Fr. 49.60 (Porto inbegriffen) gekauft werden. Der Anstrich kostete weitere Fr. 35.--. Das Schiff erhielt den Namen Loreley.

Über Pfingsten, vom 1.-5. Juni, fand die grosse Fahrt von Ragaz nach Basel statt. Einige Teilnehmer reisten über Luzern nach Göschenen, dann zu Fuss nach Andermatt, über den Oberalp nach Disentis und weiter bis Ilanz. Ein Teil der Strecke konnte mit einem Zweispänner zurückgelegt werden. In Ilanz bestiegen sie die Bahn und trafen in Ragaz die Kameraden, welche nur die Schiffahrt mitmachen wollten. Die erste Etappe führte nach Konstanz, die zweite bis Eglisau und die dritte bis Basel. Die umfangreichen Vorarbeiten wurden mit viel Sorgfalt getroffen. Ein günstiger Stern stand über dem ganzen Unternehmen. Das Wetter hielt sich wider Erwarten gut, kein Unfall war zu beklagen und keine Misstimmung trübte das kameradschaftliche Einvernehmen.

Einmal mehr wurde ein Anlauf zur Gründung einer Gesangsektion unternommen. Sie wurde am 2. September gegründet. Der Verein bewilligte Fr. 20.-- zur Anschaffung der nötigen Utensilien.

Die Verlosung eines Schiffes brachte Fr. 95.-- ein.

Um den Mitgliedern zu ermöglichen, für grössere Fahrten Geld anzulegen, wurde im Oktober ein Reisekassier gewählt.

Die Basler Chemie offerierte dem Rhein-Club im November Tambourenblech zu 8 Rp. per Kilo, um Weidlinge beim Überwintern zu decken. Da dies zu teuer war, wurde von der Offerte kein Gebrauch gemacht.

1912

Um die finanziellen Angelegenheiten der Gesangsektion besser zu regeln, wurde am 27. Januar beschlossen, ein Reglement auszuarbeiten.

Das Reglement sah vor, dass der Verein dieser Sektion jährlich Fr. 30.-zur Verfügung stellen musste. Es wurde am 2. März gutgeheissen.

Dem Polizeigericht musste eine Busse von Fr. 10.-- bezahlt werden, da an der Osterausfahrt verbotenerweise mit dem Böller geschossen wurde.

Bei einem Unfall am 12. Mai ertranken zwei Fahrgäste. Das Unglück ereignete sich, als ein Schiff unseres Vereins auf der Rückfahrt von der Hard mit der Birsfelder Fähre kollidierte, Der Unglücksweidling war der vierte oder fünfte einer ganzen Flottillie. Als die Weidlinge etwa 100 Meter von der Fähre entfernt waren, legte der Fährmann plötzlich vom Kleinbasler Ufer ab. Trotz Zurufen liess sich die Kollision nicht mehr vermeiden und es kam zur Katastrophe.

Im September befasste man sich bereits mit der Erweiterung des Depots. Durch den Anbau eines Schopfes oberhalb des bestehenden Depots sollte die Möglichkeit geschaffen werden, die Weidlinge im Winter unterzubringen. Im Oktober mussten die bereits gemachten Planarbeiten eingestellt werden, weil mit dem Baudepartement keine Einigung möglich war.

Einer Einladung vom Nautischen-Club Bern im November zur Gründung eines schweizerischen Verbandes wurde Folge geleistet.

Das dritte Jahrzehnt war sehr wichtig für den Verein. Er wurde in dieser Zeit so stark, dass er die bevorstehenden harten Kriegsjahre gut überleben konnte.

Da die GV nur noch einmal jährlich durchgeführt wurde und der Vorstand somit für ein ganzes Jahr gewählt war, kam Ruhe in den Verein. Die Vorstandsmitglieder blieben mehrere Jahre im Amt, dies wirkte sich sehr gut aus. Grosse Probleme wurden mit viel Weitsicht gemeistert. Das freudigste Ereignis dürfte die Jubiläumsfeier zum 24-jährigen Bestehen gewesen sein. Aber auch der Depotbau, der nach Überwindung vieler Hindernisse so erfolgreich und speditiv abgeschlossen werden konnte, zeugt vom Willen und Können der damaligen Mitglieder. Viele aus jener Zeit brachten es auf 50 und mehr Mitgliedjahre.

Die Lokalfrage wurde in diesem Jahrzehnt für lange Zeit gelöst. Nachdem man zu Beginn bei Villareth an der Rheingasse 2 (später Schwalbennest) war, dann 1904 zum Passivmitglied Lämmle, Ob. Rebgasse 49 zog und 1906 bei Taschner an der Ob. Rheingasse beheimatet war, wurde das Lokal im Januar 1907 für die nächsten 20 Jahre zu Christian Maser an die Horburgstrasse 30 (später Industriehalle und heute Chinarestaurant) verlegt.

Wettfahren wurden besucht beim: Fischerclub, WFV St. Johann (Rhenania), Limmatclub, WFV Basel, Rheinclub Rheinfelden und WFV St. Alban.

Jahresfeiern und Weihnachtsfeiern fanden jährlich statt. Erstmals 1909 wurde eine Kinderbescherung an der Christbaumfeier durchgeführt.

Die Beefsteakfahrten in die Hart und die Ausfahrten nach Rheinfelden waren immer beliebte Ausflüge.

Das Endfahren kam regelmässig zur Austragung und am Bummel kam es auch vor, dass eine vereinseigene Kapelle zum Tanz aufspielte. Auch die Fasnacht wurde nicht vernachlässigt, wie ein Bild aus dem Jahre 1911 zeigt.

Die Mitgliederzahl stieg dauernd, besonders die Zahl der Aktiven war immer recht hoch. Genauere Angaben finden wir nur für das Jahr 1908. In jenem Jahr konnte man 66 Mitglieder zählen, davon waren 15 Ehren-, 23 Aktiv- und 28 Passivmitglieder.

1913

Im März erhielt der Verein vom Kantonalverband eine Entschädigung von Fr. 35.-- für den im letzten Jahr beim Unfall mit der Birsfelder Fähre verlorenen Weidling.

Die Pfingstfahrt führte nach Strassburg. Der Nautische Club, der sein 25-jähriges Bestehen feierte, wurde dabei besucht. Man überreichte ihm einen silbernen Fahnennagel und überraschte den jubilierenden Verein mit der Aufführung "Ein helvetischer Waffentanz". Für diesen Zweck wurden Kostüme mitgenommen, die man für Fr. 18.70 gemietet hatte.

Ein neuer Weidling wurde vom Verein für Schiffahrt auf dem Oberrhein zum Preis von Fr. 135.-- geliefert.

Das 30-jährige Bestehen des Vereins wurde zusammen mit dem Endfahren gefeiert.

Am 4. Oktober lagen die Musterfotografien für ein Vereinsfoto mit Brustbilder vor. Ein solches Vereinsbild mit allen damaligen Mitgliedern wurde dann auch angefertigt.

1914

Am 7. März wurde ein Weidling verlost. Gewinner war ein Mitglied. Anstelle des Schiffes erhielt er eine Entschädigung von Fr. 10.-und der Club konnte den Weidling weiterhin benützen.

Am 3. Mai anlässlich einer Ausfahrt nach Rheinfelden, wurde in Mumpf ein neuer Weidling abgeholt. Fr. 130.-- mussten dafür bezahlt werden.

Für ein Wettfahren am 1./2. August war alles vorbereitet. Die Festkommission wurde schon am 14. März gewählt. Doch es sollte ganz anders als geplant kommen. Am 31. Juli war Generalmobilmachung und die meisten Mitglieder mussten ins Militär. Viele rückten auch nach Deutschland oder Österreich ein. An die Durchführung eines Wettfahrens konnte nicht mehr gedacht werden. Es entstand ein grosser Schaden für den Verein. Man tröstete sich mit den gesammelten Gaben, welche einen geschätzten Wert von Fr. 475.-- darstellen.

Am 5. September wurden die Jahresbeiträge vorläufig sistiert. Das Vereinsleben litt stark in der Kriegszeit, die Vereinstätigkeit ruhte.

1915

Im März wurden noch immer keine Beiträge erhoben, und man entschloss sich, einige der gesammelten Gaben vom letztjährigen Wettfahren zu verkaufen.

Ein totales Fahrverbot bei der Birsmündung gab in jener Zeit viel zu Reden. Kein Verein durfte in die Nähe der Birs fahren.

Im Protokollbuch fehlen die Aufzeichnungen bis zum Juni 1916. Einnahmen wurden 1915 Fr. 24.50 und 1916 Fr. 25.50 verbucht.

1916

Am 1. Juni waren so viele Mitglieder aus dem Militärdienst zurück, dass Ende des Monats die Schiffe ins Wasser gesetzt werden konnten.

Auch sollten ab Juni die Beiträge wieder erhoben werden. Ein Endfahren wurde aber in diesem Jahr nicht durchgeführt.

Eine freiwillige Sammlung an der GV vom 16. Dezember ergab die Summe von Fr. 28.50. Jedem Mitglied, das zur Zeit im Dienst stand, liess man Fr. 5.-- zukommen. Sechs, in deutschem Dienst stehende Mitglieder, erhielten Geschenke.

1917

fanden infolge der Kriegswirren nur zwei Sitzungen statt.

Im Laufe der Saison haben sich infolge Hochwasser zwei Weidlinge losgerissen. Einer verschwand spurlos, der andere wurde vollständig zerschlagen. Man erhielt vom Kantonalverband eine Entschädigung von Fr. 75.--. Weitere Fr. 27.-- ergab eine Tellersammlung an der GV des Kantonalverbandes.

1918

Am Ostermontag fand nach langer Zeit wieder eine Verbandsausfahrt statt, an welcher der RCB auch teilnahm.

Der Mitgliederbestand war in den Kriegsjahren stark zurück gegangen. Nach der langen Zeit sind viele nicht mehr zurückgekehrt, so mussten auf der Mitgliederliste über 17 Namen gestrichen werden.

In dieser Saison stand nur das Langschiff zur Verfügung, und dieses sollte am Ende verkauft werden. Da kein Käufer gefunden wurde, musste der RCB es nochmals überwintern.

1919

fanden die Versammlungen wieder regelmässig statt. Nach und nach kehrten die Mitglieder aus den verschiedenen Heeren zurück. viele versuchten den Verein mit neuen Impulsen am Leben zu erhalten. Dies ist sehr gut gelungen. Durch grosse Aktivität konnten wieder Neumitglieder aufgenommen werden. Angesichts der schweren Zeiten wurde den Delegierten des KVB pro Sitzung 50 Rp. vergütet. Sollte ein Delegierter aber an den Sitzungen unentschuldigt fehlen, musste er eine Busse von Fr. 2.-- bezahlen.

Am 16. März fand im Lokal eine gemütliche Zusammenkunft statt. Man feierte die Rückkehr von fünf Mitgliedern aus dem Ausland. Der Verein offerierte ein Nachtessen zu Fr. 1.80 pro Person. An diesem Anlass soll es recht gemütlich zu und her gegangen sein.

Das Langschiff wurde am 27. April verlost und brachte Fr. 152.- ' - ein. Für einen neuen Weidling mit zwei Rudern, der im April bei Hurt in Mumpf abgeholt wurde, musste der RCB aber Fr. 285.-- bezahlen.

Im Juni erhielt der Verein, wie alle hiesigen Wasserfahrvereine, ein Schreiben vom Polizeiinspektorat, des jegliches Befahren und Anhängen bei der Frauenbadanstalt verbot.

Um über Bargeld zu verfügen, wurden im November Anteilscheine in der Höhe von Fr. 10.-- an die Mitglieder ausgegeben. Sechs solche Scheine wurden übernommen.

1920

Im Januar beschloss man, zur Sanierung der Vereinskasse eine Tombola durchzuführen. Am 3. April fand die Verlosung im Lokal, der Industriehalle, statt. Bei Fr. 284.70 Einnahmen und Fr. 118.50 Ausgaben verblieb ein Gewinn von Fr. 166.20

Hurt in Mumpf lieferte im Juni einen Weidling für Fr. 285.-- nach Rheinfelden, wo er von Mitgliedern des Vereins abgeholt wurde.

Das Ka-We wurde am 4. Juli abgehalten. Wegen starkem Regen mussten die nautischen Spiele auf den 11. Juli verschoben werden. Schon beim Frühschoppen herrschte frohe Stimmung, die sich am Nachmittag noch um einiges steigerte. Vor allem trug die Familie Meder mit ihren Akrobatiknummern im zweiten Joch der Johanniterbrücke zum guten Gelingen des Festes bei. Neben dem Reingewinn von Fr. 400.-- konnte auch das Gabenkomitee noch Fr. 150.-- abliefern.

Im August' teilte des Eidg. Polizeidepartement in einem Schreiben mit, dass der Rhein bis Rheinfelden für Fahrübungen freigegeben werde.

Nach langem hin und her wurde im Oktober ein Verinsabzeichen angeschafft, welches zu Fr. 1.50 an Vereinsmitglieder abgegeben wurde.

Die im Vorjahr ausgegebenen Anteilscheine konnten im Dezember wieder zurückgekauft werden.

1921

Im August wurde bekannt, dass der Regierungsrat gedenke, den Wasserfahrvereinen höhere Subventionen zu zahlen.

Im Oktober wurden Fr. 200.-- bewilligt, um wie es hiess-. "Die Valuta" auszunutzen und in Deutschland günstig Gaben einzukaufen. Die Gaben wurden erst später verwendet.

Auf Antrag eines Ehrenmitglieds wurde am 5. November eine Beraterkommission gewählt, die dem Vorstand beizustehen und ihn zu beraten hatte. Gewisse Reorganisationen sollten vorbereitet werden, um dem Verein mehr Ansehen zu verschaffen. Ein erster Antrag dieser Kommission wurde an der nächsten GV angenommen. Dieser verpflichtete jeden Aktiven im folgenden Jahr pro Monat zwei Schiffsmarken ä 20 Rp. zu kaufen. Die Vergütung von 50 Rp. an die Delegierten des KVB wurde gestrichen.

1922

Im Februar war ein Winterausmarsch nach Säckingen geplant. Dazu wurde beim Deutschen Zoll ein Gesuch für einen Kollektivpass eingereicht. Dieses wurde aber wegen zu geringer Dringlichkeit abgelehnt.

Nach langer Diskussion an der GV im Dezember wurden erstmals in der Clubgeschichte drei Weidlinge auf einmal bestellt. Das dritte Schiff sollte durch Ausgabe von Anteilscheinen an die Mitglieder finanziert werden. Ebenfalls an dieser GV wurde das Festkomitee bestimmt, welches das 40-jährige Bestehen im kommenden Jahr vorbereiten und durchfuhren sollte.

Der Beschluss, Schiffsmarken zu kaufen, blieb für ein weiteres Jahr in Kraft.

Im vierten Jahrzehnt war man ungemein froh, dass der Verein im dritten so stark geworden war. Die harten Prüfungen in den langen Kriegsjahren forderte von den idealgesinnten, aufopferungswilligen Mitgliedern einiges an Mut und Selbstvertrauen. Wohl litt wegen der langen Militärdienstzeit der Kontakt unter den Mitgliedern stark, aber immer wieder brachten einige den Mut und die Kraft auf, sich weiter für den Verein einzusetzen: dies nicht zuletzt wegen den erfolgreichen und schönen Jahre der vorausgegangenen Zeit.

Die aktive Tätigkeit nahm in den Nachkriegsjahren immer mehr zu. Verschiedene Wettfahren wurden besucht. beim Nautischenclub, WFV Horburg, WFV St. Johann und Fischerclub.

Die obligatorischen Ausfahrten nach Augst und Rheinfelden des KVB fanden auch wieder statt. Mit Ausnahme der Kriegsjahre wurden die Jahres- und Christbaumfeiern wie auch die Endfahren regelmässig abgehalten.

Vereinslokal war in diesen zehn Jahren die Industriehalle.

Genaue Zahlen über den Mitgliederbestand fehlen aus dieser Zeit.