Mittwoch, 18 Oktober 2017
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1923 - 1942

1923

Die drei bestellten Weidlinge konnten am 21. Mai in Rheinfelden in Empfang genommen werden. Pro Schiff mit zwei Kreuzen und zwei Sitzbrettern wurden Fr. 280.-- bezahlt. Lieferant war wiederum Hurt in Mumpf. Zur Bezahlung des dritten Schiffes übernahmen Mitglieder Anteilscheine im Wert von Fr. 315.--.

Im Juli wurde dem Limmatclub Zürich ein Weidling überlassen.

Mit dem Einzelfahren wurde am 21./22. Juli das 40-jährige Bestehen gefeiert. Unser Verein konnte an diesem Wettkampf den Sieger stellen. Das Fest schloss mit einem Defizit.

Die Verlosung einer Tombola brachte am 11. August einen Gewinn von Fr. 183.15. Ein Antrag, dass arbeitslose Mitglieder keinen Beitrag bezahlen müssen, wurde am 1. September mit Stichentscheid des Präsidenten abgelehnt.

1924

Die in früheren Jahren gegründete Gesangsektion war wieder aufgelöst worden und am 5. Januar wurde eine erneute Gründung abgelehnt.

Aktive mussten auch im Jahr 1924 pro Monat zwei Schiffsmarken ä 20 Rp. kaufen.

Im April ertrank bei Hochwasser der pflichtbewusste Materialverwalter während der Ausführung seiner Arbeit. Mitschuldig an diesem Unglück war ein morscher Holzboller am Ufer, an welchen die Weidlinge angebunden werden konnten.

Für das diesjährige Konkurrenz- und Examenfahren des KVB wurden Schiffe und Fahrgeschirr zur Verfügung gestellt.

Im Dezember erhöhte man die Beiträge für Aktivmitglieder auf 70 Rp. Pro Monat, für Passive auf 60 Rp. Die Schiffsmarken waren ab sofort nicht mehr obligatorisch.

In diesem Jahr wurden ausgegebene Anteilscheine im Wert von Fr. 150.-zurückgekauft.

1925

Im Februar wurden dem KVB Fr. 50.-- geschenkt, da dieser wegen Unregelmässigkeiten seines Präsidenten mittellos war und auch der WFV Horburg eine Schenkung beschlossen hatte.

Eine Pfingstfahrt von Schaffhausen nach Basel wurde am 31. Mai/l. Juni mit zwei Weidlingen und 17 Mann durchgeführt.

Das erste eidgenössische Wettfahren organisierte der WFV St. Johann (Rhenania) am 1./2. August. Es nahmen 13 Sektionen teil. Der Rhein-Club Basel erkämpfte sich den 4. Rang.

Auf Antrag hin gründeten einige Mitglieder am 7. November eine Theatersektion.

Auch in diesem Jahr konnten weitere Anteilscheine zurückgekauft werden, total für Fr. 165.--

1926

Im Frühling wurde ein neues Langschiff angeschafft. Die Vereinskasse wurde dadurch aber nicht belastet, da die Kosten des Schiffes durch eine Sammlung, den Verkauf von grünen Vereinsmarken und die Verwendung des Geldes aus der Fluchkasse gedeckt waren. Das Schiff erhielt den Namen "Möve", dies wurde am 3. April ausgelost.

Vom 22.-24. Mai wurde die Pfingstfahrt Thun-Basel mit der "Möve" durchgeführt. Zeitweise regnete es auf dieser Fahrt und man war oft in Zeitnot. Unterwegs mussten 15 Kraftwerke und 61 Brücken passiert werden. In diesen zwei Tagen feuerten die Teilnehmer 105 Böllerschüsse ab.

Sein 50-jähriges Bestehen feierte der Rheinclub Rheinfelden am 26./27. Juni mit einem Wettfahren. Wegen Hochwasser musste dieses Fest jedoch verschoben werden. Sieger wurde eine Sektion aus unserem Verein.

An der GV vom 4. Dezember wurden die Wahlen einmal in umgekehrter Reihenfolge vorgenommen. Man begann beim Passivbeisitzer und endete mit der Wahl des Präsidenten.

1927

Eine Weidlingsverlosung, die am 15. Januar im Lokal Leininger (Industriehalle) stattfand, schloss mit einem Reingewinn von Fr. 98.--

Vom 4.-6. Juni sollte die Pfingstfahrt von Rapperswil nach Basel führen. Ein Unglück in Baden beendete diese Fahrt vorzeitig. Das Wetter war ungünstig, die Limmat führte Hochwasser. In Baden zog man einen ortskundigen Steuermann, einen Pontonierwachtmeister zu, um die schwierigsten Stellen zu passieren. Beim Elektrizitätswerk wurde das Schiff auf ein Joch getrieben und zerbrach in zwei Teile. Die meisten Insassen konnten sich

über die Schleusenbrücke retten oder ans Ufer schwimmen. Vier Personen hielten sich an der einen Hälfte des Schiffes fest und wurden so etwa 200 Meter abgetrieben. Das Wrack blieb an der Schiffsmühle hängen. So mussten die vier Männer ' mehrere Stunden im Wasser ausharren, bis sie gerettet werden konnten. Bei diesem Unglück ertrank ein Teilnehmer.

Für Fr. 50.-- wurde im August ein Weidling verlost.

Der Rhein-Club eröffnete in diesem Jahr ein Postcheckkonto.

An der GV vom 3. Dezember hat die am 5. Februar eingesetzte Statutenrevisionskommission ihren Entwurf vorgelegt. Mit einigen Änderungen wurden die Statuten angenommen und ersetzten somit die aus dem Jahre 1904 stammende Version.

1928

Am 7. Januar wurde das neue Lokal, das Klybeckkasino, bezogen. An der ersten Sitzung kam die Tenuefrage zur Sprache. Man beschloss, weisse Hemden mit aufgenähtem Monogramm, eine einheitliche Kravatte und eine schwarze Schärpe zu tragen. Auch auf den weissen Leibchen sollten die Initialen RCB stehen.

Im Februar wurden zwei Weidlinge für Fr. 60.-- verkauft. Zwei neue Schiffe konnten an Ostern bei Lehner in Turgi abgeholt werden. Dafür musste der RCB je Fr. 260.-- bezahlen. Die Schiffe wurden auf dem Wasser nach Basel gebracht.

Anstelle einer Pfingstfahrt auf dem Wasser wurde diesmal eine Reise ins Berneroberland unternommen.

Das Depot erhielt im Herbst einen neuen Anstrich, das Bild über der Eingangstür wurde erneuert. Die Arbeit wurde aber stark kritisiert und gerügt.

An der Septembersitzung diskutierten die Mitglieder über den Ausbau des Wassersportbetriebes. Der Verein sollte durch Schwimmen und Rudersport neuen Aufschwung erleben.

Als Ersatz für die verunglückte "Möve" sollte auf nächstes Frühjahr ein neues Langschiff bestellt werden. Bei der Bestellung lag bereits ein Entwurf des Präsidenten für den Anstrich vor. Er sah vor, das Schiff mit schwarzen Winkeln auf weissem Grund und in der Mitte einem Baslerstab zu bemalen. Diese Idee fand bei den Mitgliedern Beifall. Noch heute werden unsere Schiffe nach dem gleichen Muster gestrichen.

Um die Vereinskasse zu sanieren, wurde im Depot ein Bajazzokasten (Spielautomat) aufgestellt.

An der GV wurden die Jahresbeiträge auf Fr. 12.-- für Aktive und Fr. 10.für Passive erhöht.

1929

Das neue Langschiff, die "Loreley" kannte am 16./17. März in Turgi bei Lehner abgeholt werden. 14 Teilnehmer brachten es in einer Talfahrt nach Basel.

Ein neues Fahrtreglement wurde ausgearbeitet. Es sollte aber vor der definitiven Genehmigung zuerst getestet werden.

Am zweiten eidgenössischen Wettfahren, welches der WFV Birsfelden organisierte, starteten zehn Sektionen des Rhein-Clubs und erzielten den zweiten Vereinsrang.

Beim 60-jährigen Jubiläum des Limmatclubs am 3./4. August weilte eine Delegation in Zürich.

In dieser Saison wurden mit dem neuen Langschiff 210 Personen, mit den Weidlingen 246, von Rheinfelden, Augst oder vom Auboden rheinabwärts nach Basel transportiert. Total fanden in diesem Jahr 69 Fahrübungen statt.

Zwei treue Vereinsmitglieder verabschiedeten sich in diesem Jahr und suchten ihr Glück in Amerika, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Bei der Abreise wurden sie mit der Fahne zum Bahnhof begleitet und verabschiedet.

1930

Die Pfingstfahrt führte in diesem Jahr von Basel nach Mannheim und Heidelberg. Diese Fahrt war an Gemütlichkeit kaum zu übertreffen. Bereits am ersten Tag wurde die Loreley mit 20 Mann an Bord von einem Kahn ins Schlepp genommen. Auf dem Kahn wurde mit der mitgenommenen Gulaschkanone das Mittagessen zubereitet. Am ersten Tag erreichte man Maxau, am zweiten Mannheim. In Mannheim wurde eine gemütliche Breakfahrt in den Stadtpark unternommen. Per Bahn wurde am Pfingstmontag Heidelberg erreicht. Dort nannte man die Pfingstfahrer den Krawattenclub, da alle dasselbe Tenue mit einer auffallenden Krawatte trugen. Am Abend fuhren die Reiseteilnehmer per Bahn nach Basel und marschierten mit zwei Tambouren vom Badischen Bahnhof ins Lokal.

An der GV vom 1. November wurde dem Antrag eines Mitgliedes zugestimmt, der besagte, dass an Sitzungen ein Redner nicht länger als fünf Minuten pro Traktandum sprechen darf. Zudem wurde der Neudruck der Statuten beschlossen.

1931

Die aktiven Mitglieder erhielten Ausweiskarten.

Ein Mitglied fertigte einen schönen Stammtischaschenbecher an, auf welchem die bisherigen Fernfahrten eingraviert waren und die folgenden noch eingraviert werden konnten. Dieses Geschenk wurde dankbar entgegengenommen.

Am 7. März wurde eine Altherrensektion gegründet. Die Fahrübungen fanden jeweils am 1. und 3. Mittwoch des Monats statt.

Die Pfingstfahrt führte von Solothurn nach Basel.

Beim Umbau des Klybeckkasinos wurden uns zwei Fahnenkasten im Saal eingebaut. Das renovierte Lokal konnte am 15. August eingeweiht werden.

Am 20. September unternahm man nochmals eine Langschiffahrt nach Breisach.

1932

Der VSWV, damals noch ZSWV genannt, wählte in diesem Jahr unseren Präsidenten Fritz Starke zum Verbandsvorsitzenden. Er übte dieses Amt vier Jahre aus. Gleichzeitig wurde auch unser Sekretär zum Verbandssekretär gewählt.

Ein Mitglied rahmte Vereinsphotos ein, welche im Lokal aufgehängt wurden. So entstand dort eine besonders ' gemütliche Ecke, was speziell verdankt wurde, (heute hängen die Photos in der Klause).

Bei Lehner in Turgi konnten am Ostersonntag, den 27. März drei neue Schiffe abgeholt werden. Man fuhr in zwei Etappen nach Basel (Übernachtung in Laufenburg). Ein Weidling kostete Fr. 260.--. Elf Mitglieder übernahmen Anteilscheine, total für Fr. 185.--, damit die Weidlinge bezahlt werden konnten. Ein alter Weidling brachte beim Verkauf an ein Mitglied Fr. 50.-- ein.

Zur Feier des 45-jährigen Jubiläums des Nautischenclubs fuhr man am 14./ 15. Mai mit dem Langschiff nach Strassburg.

Um für Feste besser gerüstet zu sein, wurde ein vereinseigenes Buffet angeschafft. Die meiste Arbeit daran führten Mitglieder aus, was auch entsprechend verdankt wurde. Der Verein kaufte sich ebenfalls einen Vervielfältigungsapparat.

Wegen liederlicher Arbeit musste der Sekretär am 9. September abgesetzt werden. Sein Nachfolger übernahm auch gleichzeitig den Posten im Zentralverband.

An der GV vom 10. Dezember beschloss die Versammlung, eine Schreibmaschine anzuschaffen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Protokolle fein säuberlich mit Handschrift ins Protokollbuch eingetragen. Das Protokoll vom 10. Dezember 1932 ist das erste mit Schreibmaschine geschriebene Protokoll der Vereinsgeschichte. An der gleichen Sitzung wurde ein Antrag zur Gründung einer Damensektion mit acht zu drei Stimmen abgelehnt.

Nun wurde der Verein 50 Jahre alt. Er überstand viele schwere und harte Prüfungen gut. Freudig rüstete man zur Jubiläumsfeier, um das 50-jährige Bestehen würdig zu feiern. Die Zwanzigerjahre brachten dem Verein einen grossen Aufschwung. Viele sportliche Erfolge wurden erzielt. Trotz der harten Jahre konnte die Mitgliederzahl erhöht werden. Zu Beginn des Jahrzehntes wies die Mitgliederliste ca. 60 Namen auf, am Ende waren es 95. Dieser Erfolg muss durch die gute und zielstrebige Vereinsleitung in der schweren Zeit begründet werden. Ein Höhepunkt dürfte der Eintritt in den Zentralverband gewesen sein.

Neben den eidgenössischen und kantonalen Wettfahren wurden weitere Wettkämpfe bestritten beim WFV Horburg, WFV Birsfelden, Rheinclub Rheinfelden und WFV Rheinhalle.

Das Vereinslokal wurde 1927 von der Industriehalle ins Klybeckkasino verlegt. Jetzt war man in der Nähe des Depot, was sich als vorteilhaft erwies.

Vieles hat sich in diesen 50 Jahren geändert, vor allem jedoch das Gesicht des Rheins. Vom wilden, schier unüberwindbaren Strom blieb nicht mehr viel übrig. Mit der Inbetriebnahme der Kraftwerke Rheinfelden 1898 (dem ersten am Rhein), Augst 1912 und Kembs 1932 wurde der reissende Strom zum ruhigen Wasser. Noch immer aber waren Stachelfahrten nach Augst tolle Ausfahrten und sportliche Erlebnisse.

1933

Die Zeiten zu Beginn des 6. Jahrzehntes waren nicht rosig. Es kriselte stark und viele Arbeitslose waren zu verzeichnen. Das Wettfahren anlässlich des 50-jährigen Jubiläums war in Frage gestellt. Der gewählte OK-Präsident sah keine Möglichkeit zu einer Durchführung dieser Veranstaltung und trat zurück. Eine Vereinsversammlung bestimmte im April ein neues 14-köpfiges OK. Ein Brief eines befreundeten Wasserfahrvereins, welcher ein Jubiläumsfest ablehnte, löste bei vielen Mitgliedern Proteste aus. Das Verhältnis zu diesem Verein war in der Folge getrübt, und es wurde mit ihm nicht mehr korrespondiert.

Das Jubiläumsfest fand am 1./2. Juli statt. Für die aktiven Fahrer konnte dank grossem Einsatz eines Mitgliedes ein Gabentisch erster Güte aufgestellt werden. Der Reingewinn am Fest betrug Fr. 396.41. Im Greifenbräu Horburg wurde am 25. November noch eine Jubiläumsfeier durchgeführt. Auch diese ist gut gelungen. Erstmals wurden zwei Mitglieder, Fritz Starke und Theophil Ruf, für 25-jähriges aktives Sporttreiben im Verein mit dem goldenen Ring mit RCB Signet ausgezeichnet.

An der GV vom 2. Dezember wurde der Limmatclub Zürich zum Ehrenmitglied ernannt.

1934

Eine Delegation aus neun Personen überbrachte Ende Januar dem Limmatclub Zürich an dessen Jahresfeier ein Diplom und eine Plakette zur Bestätigung der Ehrenmitgliedschaft.

Da die Bewilligung zum Bau eines zweiten Bootshauses vom Kantonsingenieur bereits erteilt worden war, beschloss man am 7. April einen Depotfond zu eröffnen. Es wurden Sammellisten aufgelegt und Marken ä 20 Rp. verkauft, um diesen Fond zu speisen.

Die Pfingstfahrt führte in diesem Jahr von Schaffhausen nach Basel.

Beim Fischerclub fand am 23./24. Juni das dritte eidgenössische Wettfahren statt. Mit acht Sektionen wurde, zeitgleich mit dem WFV Birsfelden Rang lb erkämpft. Im Klybeckkasino wurde der erkämpfte Lorbeerkranz gefeiert.

Eine Baukommission bestehend aus acht Personen befasste sich mit dem neuen Bootshaus und konnte am 6. Oktober eingehend über den Neubau berichten. Die Finanzierung löste noch einige Diskussionen aus. Es sollten noch zusätzliche Fr. 800.-- bewilligt werden. In einer geheimen Abstimmung wurde mit 13 Ja gegen 6 Nein der endgültige Baubeschluss gefasst und auch die zusätzlichen Fr. 800.-- bewilligt. So konnte am 19. November der erste Spatenstich ausgeführt werden. Die Bauarbeiten schritten von diesem Zeitpunkt dank der kräftigen Mithilfe der Mitglieder zügig voran. Man vergass dabei aber die Mühen nicht, welche nötig waren, bis es zum Bau kam. Sogar ein Rekurs an den Regierungsrat musste geschrieben werden, damit die Masse, welche unseren Bedürfnissen entsprachen, eingehalten werden kannten. An der GV vom 17. November wurde das Baubudget in einer Höhe von Fr. 2'300.-- vorgelegt und gutgeheissen. An der gleichen GV senkte man auch die Mitgliederbeiträge der Aktiven auf Fr. 9.60, und diejenigen der Passiven auf Fr. 7.20. Die Wahlen mussten auf den 1. Dezember verschoben werden, weil es nicht gelang, einen neuen Vorstand zu finden. An jener ausserordentlichen GV beschloss man auch, eine Paddelboot-Sektion zu gründen.

1935

Zur Restfinanzierung des Bootshauses wurde bei der Kantonalbank ein Kredit von Fr. 600.-- aufgenommen. Zwei Ehrenmitglieder stellten sich als Bürgen zur Verfügung. Bereits am 13. April konnte der Schlussbericht über den Neubau entgegengenommen werden. Für Maurer- und Erdarbeiten wurden 140, für Zimmerarbeiten 670, Schreiner und Glaserarbeiten 160, Spenglerarbeiten 205 und Schlosserarbeiten 25 Arbeitsstunden aufgewendet. Total sind dies also 1200 Stunden. Mit der Einrichtung des elektrischen Lichtes kam das Bootshaus auf Fr. 2'535.-- zu stehen. Von einem Ehrenmitglied wurde der Vereinsname in Kupferbuchstaben abgefertigt, diese Schrift ziert die Aussenseite des Bootshauses.

Es zeugt von grossem Mut, dass sich der Verein in dieser Krisenzeit ein eigenes Bootshaus (im Baurecht) erstellte.

Für das Einstellen von Paddelbooten ins Bootshaus wurde eine Gebühr von Fr. 5.-- verlangt.

Vom 8.-10. Juni beteiligten sich unsere Mitglieder an der vom Zentralverband organisierten Pfingstfahrt von Luzern nach Basel.

Von unserem Verein wurde das kantonale Wettfahren vom 17./18. August organisiert. Es beteiligten sich sieben Vereine an diesem Wettfahren, unsere Fahrer klassierten sich im ersten Rang.

1936

Am 7. März übergab ein Ehrenmitglied, Spengler von Beruf, dem Verein zwei grosse Kupferrondellen, auf der einen ist ein Wasserfahrer, auf der andern ein Paddelbootfahrer dargestellt. Das Geschenk wurde mit grossem Dank entgegengenommen und zur Verschönerung des Bootshauses neben der Kupferschrift angebracht.

Die Pfingstfahrt vom 31. Mai/l. Juni führte von Brugg nach Basel.

Mit dem Einzelfahren vom 13./14. Juni wurde das neue Bootshaus eingeweiht. Das Fest fand mit einem Jahr Verspätung statt, da im Vorjahr kein geeignetes Datum gefunden werden konnte.

Beim Erweiterungsbau der Wettsteinbrücke stellte der Rhein-Club ein Schiff mit zwei Mann für den Rettungsdienst zur Verfügung. Dafür erhielt er eine Entschädigung von Fr. 2.-- für das Schiff und Fr. 1.50 pro Mann.

An der Sitzung vom 5. September diskutierte man über die Gründung einer Faltbootsektion. Man hoffte, dass dies bis Ende Jahr möglich sein werde. Am Endfahren im September fand erstmals ein Paddelbootrennen statt.

Am 3. Oktober nahm der Verein an einer Protestfahrt auf dem Rhein teil und demonstrierte für den Schutz der Rheinufer von Birsfelden bis zum Auboden. Durch ein Kraftwerk in Birsfelden sollte den Wasserfahrern der Weg nach Augst verunmöglicht werden. Pontoniere und Wasserfahrer, darunter auch der RCB, protestierten mit ca. 60 Schiffen gegen dieses Vorhaben.

Am 14. November beschlossen die Mitglieder, Vereinsversammlungen nur noch vierteljährlich abzuhalten.

1937

In diesem Jahr fanden erstmals Faltbootrennen statt. Die ersten Paddler nahm der Verein am 9. Januar auf.

Zwei neue Weidlinge, zu Fr. 240.-- per Stück, wurden im Frühjahr bei Lehner in Turgi gekauft.

Die Loreley wurde zum letzten Mal für eine Pfingstfahrt benützt. Die Fahrt führte nach Strassburg.

An einer Fahrübung im Frühjahr konnten die Aktiven sieben junge Leute aus den Fluten des Rheins retten. Das Schiff dieser Leute war am Joch der Mittleren Rheinbrücke zerschellt.

Die letztjährige Änderung, Vereinsversammlungen nur vierteljährlich abzuhalten, wurde durch die alte Regelung ersetzt, so traf man sich wieder an jedem ersten Samstag des Monats.

Im Dezember kaufte ein Ehrenmitglied das alte Langschiff, die Loreley, für Fr. 5.-- weil dieses unbedingt weggeschafft werden musste. Allerdings musste sich der Käufer verpflichten, dem Verein sämtliche Beschläge (Eisenwinkel) zurückzugeben. Das nächste Langschiff sollte von den Mitgliedern selbst gebaut werden. Dieses Vorhaben scheiterte aber, weil man glaubte, das nötige Geld nicht rechtzeitig aufbringen zu können.

1938

Am 8. Januar lagen Muster für das neue Vereinsabzeichen vor. Es wurde beschlossen, solche Abzeichen anzuschaffen. An der gleichen Sitzung wurde das Verhalten der Paddler gerügt. Man warf ihnen passives Verhalten an Vereinsanlässen vor.

Am 1. Februar konnte die letzte Rate des Darlehens für den Bootshausbau zurückgezahlt werden.

Über Statuten für die Paddler und eine neue Bootshausordnung wurde am 7. Mai diskutiert. Die Genehmigung wurde auf später verschoben. Im neuen Bootshaus wurde Platz für 32 Paddelboote bereitgestellt.

Anstelle einer Pfingstfahrt wurde eine Talfahrt von Säckingen nach Basel durchgeführt.

Ein bedauerlicher Unfall ereignete sich an der Fahrübung vom 17. Juni. Ein Weidling mit zwei Insassen fuhr auf die Boje oberhalb der Badeanstalt St. Johann. Das Schiff zerbrach in zwei Teile, die Fahrer konnten sich retten. Am gleichen Abend sollten an einer Fahrerstandsitzung Beschlüsse über die kommenden Wettfahren gefasst werden. Der Unfall wurde ebenfalls gerade besprochen. Man beschloss, bei Joh. Waldmeier in Mumpf einen neuen Weidling zu bestellen. Dieser sollte durch Anteilscheine finanziert werden. Für Fr. 100.-- wurden sofort Scheine gezeichnet.

Grossen Erfolg erzielten die Paddler im Juni an einem Wettkampf in Zürich Sie eroberten den "silbernen Paddel vom Zürichsee" und das "silberne Kanu vom Zürichsee". Die glücklichen Sieger wurden mit viel Applaus bedacht. Die Freude war gross, und der Vereinsbecher wurde einige Male gefüllt.

Das bestellte Schiff konnte am 3. Juli in Mumpf abgeholt werden. Es kostete Fr. 285.--.

Bei einer Lebensrettungsübung des VBWV, der "Wasserhilfe", am 10. August wurden beide Bootshäuser zur Verfügung gestellt. Viele Mitglieder beteiligten sich auch aktiv an diesem Anlass. Es wurde ein grosser Erfolg, konnte doch der VBWV für die Wassergeschädigten Fr. 1000.-- abliefern.

Eine schöne Autocarfahrt führte am 5. September via Luzern und Brünig nach Interlaken.

An der GV vom 12. November war es schwierig, einen neuen Vorstand zu finden. Nach langem Wahlkampf konnte das Ziel doch erreicht werden. Es wurde beschlossen, künftig nur noch zwei Wettfahren pro Jahr zu besuchen.

Der Sekretär legte der Vorstandssitzung vom 1. Dezember einen Entwurf einer eigenen Vereinszeitung vor. Die Erfahrungen mit dem "Wasserfahrer" des Zentralverbandes waren nicht befriedigend. Zur Zeit erschien dieser Oberhaupt nicht.

Die neue Bootshausordnung und ein Statutenanhang für Paddler wurden am 3. Dezember gutgeheissen. Einem Antrag zur Anschaffung eines Schiffsfonds wurde nach langer Diskussion zugestimmt. Dieser sollte mit Geldern von sämtlichen Subventionen von Bund und Behörden und 10 '0' des Reingewinns an Festen gespiesen werden.

1939

Der Beschluss, eine eigene Clubzeitung einzufahren, wurde am 7. Januar gefasst.

Ein OK sollte die Durchführung einer internationalen Faltbootregatta und der ersten Baslermeisterschaft für Wasserfahrer (Infarb) in die Wege leiten. Auch das Tenue bot wieder einmal Gesprächsstoff. In Zukunft sollte ein weisses Hemd mit schwarz/weisser Kravatte und eine schwarze Schärpe getragen werden.

Noch immer waren die zwei Teile des im letzten Jahr zerbrochenen Weidling vorhanden. Sie wurden zur Reparatur an Lehner in Turgi geschickt. Für diese Reparatur mussten Fr. 110.40 bezahlt werden.

Über Pfingsten begaben sich die Paddler in ein Lager an den Zugersee.

Bei der Einweihung der verbreiterten Wettsteinbrücke am 4. Juni nahmen Weidlings- und Faltbootfahrer an einer Corsofahrt teil. Zudem wurde das Pantomimenspiel, "Der gefoppte Nachtwächter" aufgeführt.

Der Bitte eines Mitgliedes, auch Jungfahrer auszubilden, wurde entsprochen.

Die Faltbootfahrer starteten in Luxemburg an einem Mehrländerturnier. Sie waren sehr erfolgreich. Auch vom Länderkampf in Deutschland am 16. Juni auf dem Main kehrten sie mit Siegestrophäen zurück.

Am vierten eidgenössischen Wettfahren in Zürich am 17./18. Juni wurden unsere Fahrer mit dem 4. Lorbeerkranz ausgezeichnet.

Ein weiterer Wunsch des Vereins ging im Juni in Erfüllung. Das Baudepartement teilte mit, dass in Bootshausnähe eine WC-Anlage installiert werde.

Das bisher grösste vom Verein organisierte Fest war das internationale Faltbootrennen (Infarb) vom 29./30. Juli. Es beinhaltete ein Langstreckenrennen von Augst nach Basel und Weidlingswettkämpfe. Den Weidlingswettkampf gewann der Fischerclub. Bei den Faltbootfahrern waren neun Nationen am Start, darunter auch die Weltmeister, die Olympiasieger und die Landesmeister. Das Fest war von schönem Wetter begünstigt und wurde ein grosser Erfolg. Der Reingewinn betrug Fr. l'010.73.

Im laufe des Sommers wurden am alten Depot (Klause) auf der Rheinseite zwei Schiebefenster eingebaut.

In diesem Jahr wollte man die Clubmeisterschaften in drei Läufen austragen. Zwei Läufe waren bereits ausgetragen, als der zweite Weltkrieg begann; das Endfahren konnte nicht mehr stattfinden. Für lange Zeit waren die meisten Mitglieder im Dienst. Deshalb konnte an der GV am 4. November auch kein Vorstand gefunden werden. Es wurde eine fünfköpfige Verwaltungskommission gewählt. Diese bestand aus einem Vorsitzenden, einem Kassier, einem Sekretär, einem Materialverwalter und einem Vertreter der Faltbootsektion. Zusätzlich wurde noch ein beratendes Mitglied in diese Kommission gewählt. (Es war der damalige VBWV Präsident).

Auch das Erscheinen des Vereinsorgans im Dezember war fraglich, da der zur Verfügung stehende Vervielfältigungsapparat anderweitig benötigt wurde. Aber der "Rhy-Clübler" war nicht mehr wegzudenken, so kaufte man sich für Fr. 90.-- einen eigenen Vervielfältigungsapparat und konnte das Erscheinen sichern.

Am 9. Dezember erhielt die Verwaltungskommission den Auftrag, einen Archivar zu wählen und diesem ein Pflichtenheft zu geben. So sollten in Zukunft die Akten des Vereins sichergestellt werden.

In diesem Jahr wurden die Anteilscheine, welche 1938 für den Ankauf eines Weidlings gezeichnet wurden, zurückbezahlt.

Man verzichtete auf eine Weihnachtsfeier. Alle Mitglieder, welche sich zu jener Zeit im Militärdienst befanden, erhielten ein Päckli. So sind 35 Soldatenpäckli verschickt worden.

1940

leitete weiterhin die Verwaltungskommission die Geschicke des Clubs und sorgte für Kontakte unter den Mitgliedern. Im März wurde noch ein Fahrchef bestimmt. Als im Frühjahr die Fahrübungen beginnen sollten, erfolgte die zweite Mobilmachung. Aus diesem Grund wurde nur ein Weidling ins Wasser gesetzt.

Die meisten Aktiven mussten vier Monate im Dienst bleiben. Während dieser Zeit besuchten meist nur drei bis vier Mann die Fahrübungen. Im Herbst konnte aber doch in aller Eile ein Endfahren durchgeführt werden. 16 Fahrer beteiligten sich daran und zeigten trotz der langen Abwesenheit gute Leistungen. Die aktive Tätigkeit der Faltbootfahrer war ebenfalls stark eingeschränkt. Nur sechs Leute beteiligten sich an den schweizerischen Faltbootmeisterschaften auf dem Zugersee. Mit militärischer Erlaubnis durften die Faltbootfahrer in Augst ein Trainingslager durchfuhren mit anschliessender Talfahrt nach Basel.

Den Soldaten wurden die Vereinsbeiträge erlassen. In der Vereinskasse entstand deshalb ein grosses Loch.

Am 14. September wurde beschlossen, das Vereinsjahr am 31. Dezember abzuschliessen und die Generalversammlung im Januar abzuhalten. Die Verwaltungskommission wurde bis zur GV als Vorstand bestätigt.

1941

An der GV vom 4. Januar und der ausserordentlichen GV vom 18. Januar wurden ein achtköpfiger Vorstand, ein Seniorenfahrchef und ein Juniorenfahrchef gewählt. Es sollte neu eine Senioren- und eine Juniorensektion gegründet werden. Auch schuf man an diesen Versammlungen eine Sterbekasse zur Unterstützung der Hinterbliebenen verstorbener Vereinsmitglieder. Eine Fahnenkommission sollte Geld beschaffen, damit für das 60-jährige Jubiläum eine neue Fahne gekauft werden konnte. Die Beitagsregelung wurde geändert: alle Mitglieder mussten Fr. 6.-- bezahlen, auch bei Militärdienst. Für Arbeitslose und Kranke betrug der Beitrag Fr. 3.-Sogar Freimitglieder bezahlten einen Verwaltungsbeitrag von Fr. 2.--.

Ein Ehrenmitglied übergab dem Verein an der Sitzung vom 1. Februar eine Miniaturausgabe der Loreley. Der Verein bedankte sich und beschloss, das Schiff über dem Stammtisch im Restaurant Feldberg aufzuhängen. Das Restaurant Feldberg wurde im April zum Vereinslokal, auch der vorhandene Aschenbecher erhielt dort seinen Platz am Stammtisch.

Dank dem Entgegenkommen der Militärbehörde konnte am 2. Juni eine kleine Pfingstfahrt Basel-Augst-Basel durchgeführt werden.

Die schweizerischen Faltbootmeisterschaften fanden am 20. Juli statt, wurden allerdings nur in kleinem Rahmen abgehalten. Die Paddler des RCB belegten im Slalom gute Plätze. Der Verband der Faltbootfahrer übernahm das Defizit.

Damit auch die Senioren ihrem Sport frönen konnten, wurde bei Joh. Waldmeier sechs Schlagruder für Fr. 42.80 gekauft.

Die Jungfahrer und das Training gaben Anlass zu Meinungsverschiedenheiten mit der Faltbootsektion. Eine am 2. August gewählte Subkommission sollte das Verhältnis Faltbootfahrer-Stammverein regeln. Die ausgearbeitete Regelung stand an der ausserordentlichen GV vom 1. November zur Debatte. Nach langer heftiger Diskussion scheiterte die Regelung an den Finanzen. Auf Antrag hin wurde die Faltbootsektion aufgelöst, obwohl diese in den vergangenen Jahren im In- und im Ausland schöne Erfolge zu verzeichnenhatte.

1942

An der ausserordentlichen Generalversammlung vom 4. Juli wurden neue Stauten gutgeheissen. Am gleichen Abend legte die Fahnenkommission ihre Vorschläge vor. Einer davon wurde, leicht abgeändert, zur Ausführung bestimmt. Ein dreiköpfiges Büro wurde gewählt, um die ersten Vorbereitungen zur Feier des 60-jährigen Jubiläums zu treffen.

Hart und schwer war das vergangene Jahrzehnt, trotzdem eines der erfolgreichsten. In den Krisenjahren waren Kameradschaft und der Zusammenhalt zwischen den Mitgliedern besonders gut. Die schönen Feiern anlässlich des 50-jährigen Jubiläums bewiesen die Stärke und die Kraft, welche in unsern Mitgliedern steckte.

Grosse und weitsichtige Beschlüsse wurden gefasst. Der Entschluss ein zweites Bootshaus zu bauen zeigt den Mut und den Willen jener Zeit. Kein anderer Verein verfügte über zwei Bootshäuser. Rückschläge, wie die Auflösung der Faltbootsektion und der Kriegsbeginn gefährdeten die Existenz des Vereins nicht.

In dieses Jahrzehnt fällt die Gründung der Jugendriege, des Vereinsorgans "dr Rhy-Clübler" und der Sterbekasse. Alle diese Einrichtungen erfüllen noch heute ihre Aufgaben im Verein.

Beefsteakfahrten, 1933 sogar mit Musik, fanden jährlich statt, ebenso die Stachelfahrten nach Augst.

Wettkämpfe wurden besucht beim WFV Horburg, Fischerclub, WFV Ryburg, WFV Birsfelden, WFV Muttenz, NC Basel und Bern, WFV Rhywälle, Limmatclub und Rhenania St. Johann.

Vereinslokal war weiterhin das Klybeckkasino. Sitzungen wurden aber auch im Erasmuseck und im Efringerhof durchgeführt. Gegen Ende des Jahrzehnts verkehrten die Mitglieder vor allem im Restaurant Feldberg.

Winterausmärsche, Kegeln und Wettschiessen fanden regelmässig statt. Auch die Weihnachtsfeiern wurden ausser bei Kriegsbeginn regelmässig abgehalten.

Der Mitgliederbestand blieb konstant. 1933 und 1942 hatte der Verein 89 Mitglieder. 1942 waren dies 5 Vereine, 13 Ehren-, 8 Senioren-, 15 Aktiv-, 9 Junior- und 39 Passivmitglieder.